Passives Rauchen – Vergleich einer herkömmlichen Zigarette und E-Zigarette

Der Gebrauch von Zigaretten bringt mit sich eine Gefahr, nicht nur für Raucher selber, sondern auch für ihre Umgebung. Um das Wesen dieser Frage zu verstehen, hat man in die Wissenschaft ein paar Begriffe eingeführt. Der Tabakrauch wurde geteilt: in den Hauptstromrauch, den der Raucher direkt in die Lungen einatmet, und den Nebenstromrauch, also den Rauch, der vorne der glühenden Zigarette erzeugt wird. Passives Rauchen besteht darin, dass man den Nebenstromrauch zusammen damit, was der Raucher ausatmet, einatmet. Diese Mischung wird in der Wissenschaftssprache Umgebungsrauch genannt.

Im Falle der E-Zigarette kommt die Erscheinung des Nebenstromrauches gar nicht vor. Der Verdampfungsmechanismus der Nikotinflüssigkeit wird nur beim Einatmen in Gang gesetzt. Passives Rauchen gilt in diesem Kontext nur für Dampf, der von E-Raucher ausgeatmet wird. 

 

Arten vom Zigarettenrauch und Aerosol in den herkömmlichen (A) und elektronischen (B) Zigaretten
Bild 1

 

Wenn Forscher passives Rauchen untersucht haben, haben sie festgestellt, dass der Anteil von schädlichen und toxischen Substanzen im Nebenstromrauch viel größer ist als im Hauptstromrauch. Das heißt so viel, dass Einatmen dessen, was an der glühenden Zigarettenspitze freigesetzt wird, viel gefährlicher als direktes Einatmen ist. (Schaubild 1). Da passive Raucher besonders dem Nebenstromrauch ausgesetzt sind, wird ihre Gesundheit viel mehr gefährdet, als man allgemein denkt.

Vergleich der Substanzen, die im Haupt- und Nebenstromrauch enthalten sind.1


Schaubild 1

Während der zahlreichen Untersuchungen wurden im Zigarettenrauch über 5600 verschiedene chemische Verbindungen identifiziert. Trotz der raschen Entwicklung der Wissenschaft und Technik wurden aber einige hundert Verbindungen weiter nicht erkannt. Der Zigarettenrauch besteht aus zwei Phasen, der Gas- und Partikelphase, in denen man ca. 400-500 chemische Bestandteile in der Gasphase und ca. 3500 chemische Bestandteile in der Partikelphase.2  Zur Gasphase gehören hauptsächlich Stickstoffmonoxid, Acetaldehyd, Pyridin und N-Nitrosamine. Viele von diesen Substanzen sind schädlich, z.B. N-Nitrosamine sind Substanzen, die wahrscheinlich eine krebserregende Wirkung haben.3

In der Partikelphase werden freigesetzt, u.a. polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), Alkohole, Phenole, Schwermetalle, Pyridin-Alkaloide (z. B. Nikotin).4,5,6 Viele von diesen Substanzen sind schädlich, z.B. polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK) und manche Schwermetalle sind karzinogene Substanzen.

Im Falle der E-Zigaretten sieht die Situation völlig anders aus. Es gibt vor allem viel weniger Substanzen, die bei der Entstehung des Aerosols freigesetzt werden. Da die Anzahl der chemischen Verbindungen beschränkt ist, ist es viel einfacher zu untersuchen, was genau vom E-Raucher eingeatmet wird. Im „Rauch“ der E-Zigaretten wurden solche schädlichen Substanzen, wie Toluol, Benzol, Styrol, Naphthalin, Hexanal oder Pentanal, die im Tabakrauch der herkömmlichen Zigarette enthalten sind, nicht gefunden. Die einzige wesentliche, chemische Verbindung, die in der Umgebung des E-Rauchers freigesetzt wird, ist Nikotin. Die neuesten Untersuchen zeigen jedoch, dass die Nikotinwirkung auf passive Raucher im Falle der E-Zigarette zehnmal kleiner ist, als bei den herkömmlichen Zigaretten – detaillierte Angaben werden während der internationalen Konferenz in Boston veröffentlicht: Czogała et al. SRNT 2013.

 

1. J. Turiel, Indoor pollution and health hazards, Wiley&Sous, NY (1998).

2. W. Piekoszewski, E. Florek: Markery narażenia na dym tytoniow, Katedra i Zakład Toksykologii, Akademia Medyczna, Poznań, (2001).

3. D. Hoffmann, I. Hoffmann, K. El-Bayoumy: The Less Harmful Cigarette: A Controversial Issue. A Tribute to Ernst L. Wynder, Chem. Res. Toxicol., 14 (2001) 767-790.

4. D. Hoffmann, I. Hoffmann: The changing cigarette 1950-1995, J. Toxicol. Environ. Health., 50 (1997) 307-364.

5. D. Hoffmann, E.L. Wynder: Aktives und passives Rauchen, Lehrbuch der Toxikologie. H. Marquardt, S.G. Schafer. Mannheim, Leipzig, Wien, Zurich, BJ-Wiss.-Verl. (1994) 589-605.

6. M. Kulza: Interakcje metaboliczne pomiędzy dymem tytoniowym a alkoholem etylowym, Rozprawa Doktorska, Poznań (2011).